Situation:
Das Wohnhaus ist der westliche
Abschluß
einer Häusergruppe, die zur Gänze im Besitz einer Familie
sind
(Eltern, und 2 Brüder mit Familien) welche sich um einen Hof
gruppiert
- bestehend aus einem Gasthaus, einem Trakt mit Fremdenzimmern und zwei
Wohnhäusern.
Grundsück/Bestand:
Ein schmaler langer
Grundsücksstreifen
ist an der Südseite durch eine schmale Zufahrtsstraße und an
der Nordseite durch einen Gleiskörper und eine steil ansteigende
Felswand
begrenzt. Uner dem gesamten Grundstücksstreifen liegt ein 35m
langer
alter Weinkeller, welcher an der Westseite zur Gänze im Erdreich
liegt
und an der Ostseite eingeschoßig zum Vorschein kommt, auf dem ein
altes daraufgesetztes Wohnhaus abgerissen wurde.
Art des Projektes:
Niedrigenergiewohnhaus (Loft mit
Rückzugsmöglichkeiten)
für eine dreiköpfige Familie.
Konzept:
Vorgegeben war hier der bestehende
Keller(-eingang)
mit seiner rechteckigen Grundrißkonfiguration (Baufluchtlinien),
der vollständig so belassen wurde und auf dem eben eine autarke
Wohneinheit
aufgesetzt wurde, welche nach Westen hin mit dem umgebenden
Gelände
auf einem Niveau, und im Osten um ein Geschoß über dem
bestehenden
Straßen- und Hofniveau liegt.
Das Raumprogramm erforderte ein Wohnen
auf zwei Ebenen. Da die Traufenhöhe aber vorgegeben war, hat man
sich
in diesem Fall für ein Satteldach entschieden, welches in seiner
vollen
Höhe als Wohnraum genutzt wird.
Grundidee ist eine Einraumwohnung mit
Rückzugsmöglichkeiten, welche aber in sich mittelfristig
immer
wieder auf den Bedarf angepaßt werden kann. In der Mittelzone
(Kern)
sind die Naß- und Nebenräume kompakt installiert, der
restliche
Raum kann variabel gestaltet werden. Wesentlicher Ansatz ist auch die
Vermeidung
nicht belichteter Erschließungsgänge. Wir nennen sie gerne
Verteiler
und sie befinden sich in den Randbereichen (durchgehende Sichtachsen
entlang
der Außenwände), dies begründet auch den
rausspringenden
Erker im Küchenbereich. Die Abtrennung zu den Raumeinheiten
erfolgt
mit großflächigen Schiebetüren aus Holz.
Konstruktion:
Als Hauptkonstruktion fungiert ein
Stahlrahmen,
welcher nach innen im Raum frei sichtbar ist. Das gesamte
Obergeschoß
ist mittels Stahlstangen abgehängt, was eben den Vorteil von
völlig
stützenfreien Wohnebenen bringt. Die gesamte restliche
Konstruktion
(Sekundärkonstruktion) ist in Holz in Form eines Holzskelettes mit
Fichtenleimholz, welches selbsttragend an den Stahlrahmen montiert ist,
ausgeführt. Da die Ausführung der Rahmen in Holz zu
unwirtschaftlichen
Größen geführt hätte ergänzen sich in diesem
Fall die beiden Materialin ideal:
Der Stahl: - als tragendes Gerüst
(Knochen)
Das Holz: - als wärmende und
regenschützende Schicht (Haut)
Ausführung der Oberflächen:
m Außenbereich-
wurde die Fassade zu einem Großteil
in einer Lärchenschalung-unbehandelt (2,4/5cm) mit offenen
Fugen
ausgeführt, der rausspringende Küchenerker mit einer
Douglastanne-dreischichtplatte.
Im Innenbereich-
wird auch das Material Holz sehr oft
eingesetzt:
- sämtliche Innenwände wurden
in Holzständerkonstruktionen hergestellt
- teilweise sichtbare
Leimbinderkonstruktion
der abgehängten Decke des Obergeschoßes
- die vertikalen Naßzellen wurden
mit Birkensperrholz (transparent lasiert) verkleidet
- die Dachschrägen wurden durchgehend
mit OSB-platten (weiß geölt) beplankt.
- Holzfußboden UG: Industrieparkett
Ahorn
- Holzfußboden OG: Schiffboden
Lärche
auf Polsterholz genagelt
- Wachtisch Bad im OG: Birkensperrholz
lackiert
- Badewanneneinfassung im Bad:
Birkensperrholz
lackiert
Haustechnik:
Kernstück der Wärmeversorgung
ist ein zentrales Lüftungsgerät mit integrierter
Wärmepumpe
im Keller. Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung war aus zwei
Gründen
fixer Bestandteil des Haustechnik-Konzeptes: einerseits ist der Bauherr
ein Pollen Allergiker, andererseits sollte dadurch der
Lärmbelastung
der naheliegenden Bahntrasse entgegengewirkt werden. Über einen
massiven
Ansaugschacht und einen 20 m langen, unter der Rasenfläche
liegenden
Betonkanal wird Luft angesaugt und vortemperiert. Sie wird in der Folge
über einen Kreuzstromwärmetauscher und eine Wärmepumpe
geführt,
wo sie mit der Abwärme der verbrauchten Luft erwärmt wird und
so die Grundbeheizung des Hauses darstellt.
Die frische, erwärmte Zuluft wird
in die Aufenthaltsräume eingebracht, in den Nassräumen und im
Firstbereich wird im Gegenzug die verbrauchte Luft wieder abgesaugt,
über
Lüftungskanäle in die Wärmepumpe im
Lüftungsgerät
weitergeleitet. Von dieser wird die entzogene Wärme entweder der
Frischluft
oder dem dem Brauchwarmwasserboiler zugeführt ? je nach Bedarf.
Nach
Berechnungen sollte die Leistungsfähigkeit dieses Systems für
95 % des Warmwassers bzw. den Heizbedarf in der Übergangszeit
ausreichen.
Eine Gas-Brennwerttherme übernimmt die zusätzliche
Wärmeversorgung
an den kalten Tagen.