BESCHREIBUNG
für das Haus Prankl in 3620 Spitz/D
 
Ort:
Das Haus Prankl befindet sich in der Wachau am westlichen Orstende von Spitz/D im Ortsteil Hinterhaus, ca. 100m nördlich der Donau direkt unterhalb der Ruine Hinterhaus.

Situation:
Das Wohnhaus ist der westliche Abschluß einer Häusergruppe, die zur Gänze im Besitz einer Familie sind (Eltern, und 2 Brüder mit Familien) welche sich um einen Hof gruppiert - bestehend aus einem Gasthaus, einem Trakt mit Fremdenzimmern und zwei Wohnhäusern.

Grundsück/Bestand:
Ein schmaler langer Grundsücksstreifen ist an der Südseite durch eine schmale Zufahrtsstraße und an der Nordseite durch einen Gleiskörper und eine steil ansteigende Felswand begrenzt. Uner dem gesamten Grundstücksstreifen liegt ein 35m langer alter Weinkeller, welcher an der Westseite zur Gänze im Erdreich liegt und an der Ostseite eingeschoßig zum Vorschein kommt, auf dem ein altes daraufgesetztes Wohnhaus abgerissen wurde.
Art des Projektes:
Niedrigenergiewohnhaus (Loft mit Rückzugsmöglichkeiten) für eine dreiköpfige Familie.

Konzept:
Vorgegeben war hier der bestehende Keller(-eingang) mit seiner rechteckigen Grundrißkonfiguration (Baufluchtlinien), der vollständig so belassen wurde und auf dem eben eine autarke Wohneinheit aufgesetzt wurde, welche nach Westen hin mit dem umgebenden Gelände auf einem Niveau, und im Osten um ein Geschoß über dem bestehenden Straßen- und Hofniveau liegt.
Das Raumprogramm erforderte ein Wohnen auf zwei Ebenen. Da die Traufenhöhe aber vorgegeben war, hat man sich in diesem Fall für ein Satteldach entschieden, welches in seiner vollen Höhe als Wohnraum genutzt wird.
Grundidee ist eine Einraumwohnung mit Rückzugsmöglichkeiten, welche aber in sich mittelfristig immer wieder auf den Bedarf angepaßt werden kann. In der Mittelzone (Kern) sind die Naß- und Nebenräume kompakt installiert, der restliche Raum kann variabel gestaltet werden. Wesentlicher Ansatz ist auch die Vermeidung nicht belichteter Erschließungsgänge. Wir nennen sie gerne Verteiler und sie befinden sich in den Randbereichen (durchgehende Sichtachsen entlang der Außenwände), dies begründet auch den rausspringenden Erker im Küchenbereich. Die Abtrennung zu den Raumeinheiten erfolgt mit großflächigen Schiebetüren aus Holz.
 
Konstruktion:
Als Hauptkonstruktion fungiert ein Stahlrahmen, welcher nach innen im Raum frei sichtbar ist. Das gesamte Obergeschoß ist mittels Stahlstangen abgehängt, was eben den Vorteil von völlig stützenfreien Wohnebenen bringt. Die gesamte restliche Konstruktion (Sekundärkonstruktion) ist in Holz in Form eines Holzskelettes mit Fichtenleimholz, welches selbsttragend an den Stahlrahmen montiert ist, ausgeführt. Da die Ausführung der Rahmen in Holz zu unwirtschaftlichen Größen geführt hätte ergänzen sich in diesem Fall die beiden Materialin ideal:
Der Stahl: - als tragendes Gerüst (Knochen)
Das Holz:  - als wärmende und regenschützende Schicht (Haut)
 
Ausführung der Oberflächen:
m Außenbereich-
wurde die Fassade zu einem Großteil in einer Lärchenschalung-unbehandelt  (2,4/5cm) mit offenen Fugen ausgeführt, der rausspringende Küchenerker mit einer Douglastanne-dreischichtplatte.
Im Innenbereich-
wird auch das Material Holz sehr oft eingesetzt:
- sämtliche Innenwände wurden in Holzständerkonstruktionen hergestellt
- teilweise sichtbare Leimbinderkonstruktion der abgehängten Decke des Obergeschoßes
- die vertikalen Naßzellen wurden mit Birkensperrholz (transparent lasiert) verkleidet
- die Dachschrägen wurden durchgehend mit OSB-platten (weiß geölt) beplankt.
- Holzfußboden UG: Industrieparkett Ahorn
- Holzfußboden OG: Schiffboden Lärche auf Polsterholz genagelt
- Wachtisch Bad im OG: Birkensperrholz lackiert
- Badewanneneinfassung im Bad: Birkensperrholz lackiert
 
Haustechnik:
Kernstück der Wärmeversorgung ist ein zentrales Lüftungsgerät mit integrierter Wärmepumpe im Keller. Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung war aus zwei Gründen fixer Bestandteil des Haustechnik-Konzeptes: einerseits ist der Bauherr ein Pollen Allergiker, andererseits sollte dadurch der Lärmbelastung der naheliegenden Bahntrasse entgegengewirkt werden. Über einen massiven Ansaugschacht und einen 20 m langen, unter der Rasenfläche liegenden Betonkanal wird Luft angesaugt und vortemperiert. Sie wird in der Folge über einen Kreuzstromwärmetauscher und eine Wärmepumpe geführt, wo sie mit der Abwärme der verbrauchten Luft erwärmt wird und so die Grundbeheizung des Hauses darstellt.
Die frische, erwärmte Zuluft wird in die Aufenthaltsräume eingebracht, in den Nassräumen und im Firstbereich wird im Gegenzug die verbrauchte Luft wieder abgesaugt, über Lüftungskanäle in die Wärmepumpe im Lüftungsgerät weitergeleitet. Von dieser wird die entzogene Wärme entweder der Frischluft oder dem dem Brauchwarmwasserboiler zugeführt ? je nach Bedarf. Nach Berechnungen sollte die Leistungsfähigkeit dieses Systems für 95 % des Warmwassers bzw. den Heizbedarf in der Übergangszeit ausreichen. Eine Gas-Brennwerttherme übernimmt die zusätzliche Wärmeversorgung an den kalten Tagen.